Rembrandt-Licht in der Fotografie

Rembrandt-Licht in der Fotografie - Fotomodel J0J0 (Foto: A. Pratzner)

Kamera:
Canon EOS 5DS R
Blende:
f/9
Belichtung:
1/125 Sek.
Brennweite:
46 mm
ISO:
100

Rembrandt-Licht für Porträts in der Fotografie

Der niederländische Künstler Rembrandt hat diese Art der Ausleuchtung für Porträts in seiner Malerei häufig verwendet. Das kommt auch daher, dass, alleine durch den Breitengrad der Niederlande, seltener helles Tageslicht zur Verfügung stand als beispielsweise in Italien für Michelangelo.

Was zeichnet das Rembrandt-Licht aus?

Flapsig könnte man sagen, dass der Einsatz des Schattens das Licht auszeichnet. Auf der Gesichtshälfte, die im Schatten liegt, sind nur das Auge und das Lid im Licht und darunter bildet sich ein „Licht“-Dreieck. Dieses Dreieck ist geschlossen! Das wird häufig beim Rembrandt-Licht falsch gemacht.

Wie kommt es zu dem Licht? Die Lichtquelle war bei Rembrandt schätzungsweise eine Fackel (die man auch auf einigen Gemälden sieht). Diese ist eher klein und bringt daher härteres Licht.

Was passiert durch das Rembrandt-Licht beim Betrachter?

Der Betrachter wird durch den Lichtfleck „gefangen“ genommen. Das Auge wandert innerhalb des Lichtflecks und bekommt keinen Ausweg. Daher ist es so extrem wichtig, dass der Schatten geschlossen ist!

Was gibt es noch zu beachten bei diesem Licht-Setting?

Der Schatten sollte relativ gerade horizontal verlaufen und nicht die Lippe schneiden. Ideal ist, wenn man den Mundwinkel im Schatten noch erahnen kann oder, wie im Beispielfoto, man den lächelnden Mundwinkel sieht.

Wir haben zwei Gesichtshälften. Eine im hellen und die zweite im dunklen Bereich. Diese Bereiche können unterschiedlich breit sein, je nachdem wie der Kopf gedreht ist. Die einfachere Variante ist, wenn der helle Bereich relativ schmal ist und der dunkle Bereich breiter. Allerdings ist es auch immer anhängig von Gesichtsform und Anatomie. Der Schatten wird durch die Nasenspitze geworfen und durch den Nasenrücken geformt. Je nach Nase kann der Lichtfleck sehr einfach zu setzen sein oder teilweise auch fast unmöglich!

Rembrandt-Licht und Fotografie

In der Fotografie bieten sich hierfür künstliche Lichtquellen wie Dauerlicht oder Blitzlicht mit den entsprechenden Lichtformern an. Je kleiner die Lichtquelle, desto härter wird der Schatten und der Übergang von hell zu dunkel sein. Sehr harte Schatten passen eher zu Männern und Porträts von Männern, wobei weichere Übergänge zu Frauen sehr gut passen. Zu weich darf der Übergang nicht werden, da dann die Lichtquelle sehr groß wird und unter Umständen nicht genügend Schatten für das Rembrandt-Licht entsteht.

Tipp am Rande: Am besten das Modell hinsetzen, damit beim Einstellen des Lichts nichts verändert wird durch ungewollte Positionsveränderungen des Modells.

Wir erhalten sehr markante Porträts.

Warnung bei Porträts

Hat die porträtierte Person sehr unebene Haut (Mitesser, etc.) wird dies durch das schräge harte Licht sehr stark betont. Hier ist man oft besser mit hochfrontalem Licht beraten!

Die technische Erklärung findet sich im Video:

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