Psychologie in der Fotografie: die Betari Box – Einstellung und Verhalten beeinflussen die Qualität der Fotos

Besonders in der Porträtfotografie ist die positive Zusammenarbeit zwischen Fotografen und dem Porträtierten entscheidend für die Qualität des Porträtfotos.

Warum ist das so? Warum sieht man dem fertigen Foto die Beziehung zwischen Fotografen und Model an?

Interessant ist hierzu die Betari Box, die mehr im englischsprachigen Raum bekannt ist. Die Aussage des Modells ist am einfachsten in folgender Grafik darstellbar:

Betari Box: meine Einstellung bestimmt mein Verhalten und dadurch deine Einstellung und dein Verhalten, was wiederum auf mich zurückwirkt!
Betari Box: meine Einstellung bestimmt mein Verhalten und dadurch deine Einstellung und dein Verhalten, was wiederum auf mich zurückwirkt!

Die Aussage der Betari Box ist: Meine Einstellung bestimmt mein Verhalten und dadurch wird die Einstellung des Gegenübers beeinflusst und somit sein Verhalten mir (oder anderen) gegenüber.

Das geht sowohl positiv als auch negativ. Bei Negativ stellt es eine Abwärtsspirale und Teufelskreis dar. Ich denke, der Tag wird schlecht und mein Verhalten ist entsprechend. Das Gegenüber nimmt meine schlechte Laune wahr und seine Laune verschlechtert sich und somit ändert sich sein Verhalten mir gegenüber auch, was das Ganze weiter nach unten drückt.

Allerdings ist es andersherum genauso. Bin ich positiv gestimmt und versprühe gute Laune, ist dies ansteckend und die Einstellung des anderen ändert sich uns somit sein Verhalten. Einfach jemanden anlächeln und dieser wird zurücklächeln. Das funktioniert auch bei wildfremden Menschen in der Stadt. Einfach einmal probieren. Du wirst erstaunt sein, was sich da ändert.

Das Modell der Betari Box hat auf mehreren Ebenen Auswirkungen auf uns als Fotograf bzw. auf den Vorgang des Fotografierens.

Unsicherheit vom Fotografen überträgt sich auf Modell

Ist der Fotograf noch neu auf dem Gebiet der Porträtfotografie, bestehen oft Unsicherheiten:

Wie man Sicherheit aufbaut

Hier hilft aus meiner Erfahrung im Vorfeld Planung und Vorbereitung!

Vorab kann ich mir als Fotograf Gedanken machen, welche Settings ich mit der porträtierten Person fotografieren will. Was könnte am besten zur Person und Situation (Jahreszeit z.B.) passen?

Auch wenn man dann beim Shooting nicht alle vorbereiteten Settings macht bzw. einige kürzer und andere länger – die Vorarbeit in Form von Planung und Vorbereitung gibt Sicherheit und zeigt dem Modell (dem Porträtierten), dass es dem Fotografen wichtig ist und der sich Gedanken gemacht hat.

Also Sicherheit aufbauen durch Vorbereitung!

Technik beherrschen bringt Sicherheit

Beim Fotografieren verhält es sich wie beim Autofahren. Sobald man es intuitiv macht und sich keinerlei Gedanken mehr machen muss, dann kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren! Den Straßenverkehr!

Muss man sich noch Gedanken machen, welches Bein was macht und welchen Gang man einlegen muss, wird es schon schwieriger.

Sollte man beim Fotografieren bisher nicht diesen Stand erreicht haben, so kann man wiederum durch die Vorbereitung sich helfen. Zu jedem Setting kann ich mir als Fotograf überlegen, welche technischen Details ich einstellen möchte und warum. Das hilft wiederum dazu, Techniknutzung zur Gewohnheit werden zu lassen, dass man irgendwann nicht mehr aktiv darüber nachdenken muss, sondern intuitiv das passende macht!

Technik in der Fotografie als üben (Kurs bei mir belegen ist auch hilfreich  )

Komme ich mit der anderen Person klar?

Warum nicht? Man muss sein Fotomodell weder heiraten noch einen Urlaub zusammen verbringen. Man hat wenige Stunden (wenn überhaupt) mit einem gemeinsamen Ziel!

Und dieses gemeinsame Ziel heißt, großartige Porträtfotos gemeinsam zu machen.

Daher ist das Gespräch vor dem Shooting wichtig, um sich kennenzulernen und sich auszutauschen, was jedem wichtig ist.

Hier ist folgende Fragen vom Fotografen aus auch gut: „Was für eine Art von Fotos magst du? Was sind deine Erwartungen und Wünsche?“

Diese Zeit vor dem Shooting nimmt die Anspannung raus und jeder kann erst einmal „ankommen“. Tee, Kaffee oder Getränke sind hilfreich.

Und bitte daran denken: Es gibt ein gemeinsames Ziel, das man erreichen möchte: großartige Fotos. Und dazu sind beide (Fotograf und Model) bereit, Anstrengung und Aufwand auf sich zu nehmen.

Und wenn weiterhin die Frage bleibt, ob ich mit der anderen Person klarkomme, dann wird das (noch) folgende Kapitel über die Grundlagen des „Verhalten spiegeln“ erhellend.

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