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Fotolexikon S - das Nachschlagewerk zur Fotografie

In diesem Fotolexikon werden Fachbegriffe rund um die Fotografie erklärt und Fachwissen verschlagwortet und verknüpft. Sollten im Lexikon Begriffe fehlen, bitte mitteilen. Danke.

Schärfeebene Schärfentiefe Schlitzverschluss (engl. focal-plane shutter) Schwarzlicht SD-Karte (SD Memory Card) Sofortbild Sonnenblende Spiegelreflexkamera Spiegelvorauslösung Spitzlicht Spotmessung/Spotbelichtungsmesser Streulichtblende Stürzende Linien Sucher (Suchermonitor)

Schärfeebene

Schärfeebene

Die Ebene, auf dem jeder Punkt exakt als Punkt abgebildet und somit scharf dargestellt wird. Alles davor und danach ist mehr oder weniger unscharf.

Schärfentiefe

Schärfentiefe

Die Größe des Bereichs, der noch als scharf wahrgenommen wird. Es gibt nur eine einzige Schärfeebene, auf der wirklich eine 100-%ige Schärfe existiert. Alles davor und danach ist mehr oder weniger scharf. Diese leichte Unschärfe wird nicht unbedingt vom Betrachter als Unschärfe wahrgenommen. Es ist abhängig von der Größe des Fotos und dem Betrachtungsabstand.

Schlitzverschluss (engl. focal-plane shutter)

Schlitzverschluss

Der Schlitzverschluss dient für die Regelung der Belichtungszeit. Dieser ist vor dem Sensor eingebaut und funktioniert über zwei Vorhänge. Der erste fährt auf und gibt den Sensor frei für die Belichtung, und nach der festgelegten Belichtungszeit fährt der zweite Verschlussvorhang wieder zu, um die Belichtung zu beenden.

Verkürzt sich die Belichtungszeit (meistens kürzer als 1/200 Sekunde) schließt der zweite Verschlussvorhang schon, obwohl der erste noch gar nicht ganz geöffnet ist. So kommt es zu der Bezeichnung „Schlitzverschluss“.

Ein anderes Konstruktionsprinzip ist der Zentralverschluss

Schwarzlicht

Schwarzlicht, Schwarzlichtfotografie, UV-Licht

Schwarzlicht und UV-Licht sind dasselbe! Die Strahlung hinter Schwarzlicht ist ultraviolett und bewegt sich zwischen 350 nm und 370 nm. Dies liegt außerhalb des sichtbaren Lichts für Menschen, das bei 340 nm beginnt. Was sehen wir also, wenn wir Schwarzlicht einsetzen bzw. Fotos mit Schwarzlicht machen?

Was passiert physikalisch? Das Schwarzlicht wird von einigen Stoffen wie Textilien, Papier, künstlichen Zähnen (alles mit optischen Aufhellern) absorbiert und wieder als sichtbares Licht ausgegeben, das meistens blau schimmernd ist. Fun-Fact: Gin & Tonic leuchtet blau unter Schwarzlicht.

Wir haben bei Schwarzlicht genau genommen UV-A-Strahlung und müssen damit vorsichtig sein, da UV-A-Strahlung zu Sonnenbrand führen kann.

In der Fotografie findet man dann die Bezeichnung Schwarzlichtfotografie und UV-Fotografie. Dabei ist UV-Fotografie doppeldeutig, da man ja nicht das UV-Licht fotografiert, sondern das wieder sichtbare Licht durch fluoreszierende Farben oder entsprechende Gegenstände. Möchte man direkt UV-Licht fotografieren, benötigt man entsprechende Kameras, da die meisten handelsüblichen Kameras einen UV-Filter verbaut haben.

SD-Karte (SD Memory Card)

SD-Karte (SD Memory Card)

Die SD-Karte (engl. „Secure Digital Memory Card“ = sichere digitale Speicherkarte) dient zum Speichern von Daten und zeichnet sich durch die kleinen Maße aus. Für Fotografen ist die Schreibgeschwindigkeit der Karte von großer Bedeutung, damit ein Shooting mit vielen schnell aufeinander folgenden Fotos nicht ausgebremst wird.

Sofortbild

Sofortbild

Siehe Polaroid

Sonnenblende

Sonnenblende

Siehe Streulichtblende.

Funktion: das Objektiv vor seitlich einfallendem Licht schützen, um kontrastarme Fotos zu vermeiden.

Spiegelreflexkamera

Spiegelreflexkamera

Bei der Spiegelreflexkamera steht der Spiegel und dessen Wegklappen (daher „reflex“) im Vordergrund. Der Spiegel dient einer direkten optischen Kontrolle des gewählten Bildausschnitts. Um den Bildsensor freizugeben und ein Foto zu machen, muss der Spiegel weggeklappt werden. Danach gibt der Verschlussvorhang, der sich zusätzlich vor dem Bildsensor befindet, in der vorgegebenen Belichtungszeit den Sensor frei.

Der Spiegelschlag löst eine kleine Erschütterung aus, was in bestimmten Situationen zu Problemen führen kann. Daher gibt es die Möglichkeit, eine Spiegelvorauslösung einzustellen.

Der Spiegel ist ein mechanisches Teil, was wiederum bedeutet, dass dieser mit der Zeit verschleißt. Je nach Bauart der Kamera kann der Spiegel 100.000 bis 500.000 Kameraauslösungen durchhalten. Es gibt verschiedene Tools, um die Anzahl der Auslösungen zu ermitteln.

Spiegelvorauslösung

Spiegelvorauslösung

Kameras mit Spiegel können durch den Spiegelschlag erschüttert werden. Dies kann bei kritischen Lichtsituationen zu verwackelten Fotos führen. Daher bieten die Kameras eine Spiegelvorauslösung an, damit sich der Spiegel in Ruhe befindet, wenn das eigentliche Foto gemacht wird.

Eine Spiegelvorauslösung gibt es nur bei Kameras mit Spiegel (irgendwie logisch).

Spitzlicht

Spitzlicht, Spitzlichter

In der Fotografie entstehen Spitzlichter bei unebenen, reflektierenden Gegenständen und auf bewegten Wasseroberflächen. Diese hellen Bereiche können so hell sein, dass dort keine Zeichnung mehr vorhanden ist.

Bei der Porträtfotografie sind die Spitzlichter in den Augen sehr wichtig. Diese erzeugen einen lebendigen Ausdruck und ein Strahlen der Augen und somit einen lebendigen Gesichtsausdruck. Nutzt man künstliche Lichtquellen und platziert hier das Licht unnatürlich (z.B. von unten kommend) nimmt das Porträt schnell merkwürdige Züge an. Dies wird gerne für die Darstellung von Bösewichten im Film genutzt.

Spitzlichter in Augen und auf Ohrringen

Spitzlichter in Augen und auf Ohrringen

An den Reflexionen in den Augen ist auch die Art des Lichtformers sichtbar - hier sind runde Formen am beliebtesten, da diese die natürliche Form der Sonne nachahmen.

Spitzlicht wird auch für Kantenlicht oder Haarlicht genutzt.

Spotmessung/Spotbelichtungsmesser

Spotmessung/Spotbelichtungsmesser

Bei der Spotmessung wird aus dem Bild nur ein sehr begrenzter Teil (je nach Kamera 1° bis hin zu 5° - siehe Anleitung der eigenen Kamera) für die Belichtungsmessung herangezogen. Für die Spotmessung sollte ein Bereich mit einem mittleren Grau (18 %) gemessen werden. Die Handinnenfläche ist rund eine Blendenstufe heller als die Graukarte und kann mit Belichtungskorrektur um diese eine Blendenstufe als Referenz herhalten (wenn sonst nichts verfügbar ist).

Streulichtblende

Streulichtblende

Die Streulichtblende soll das Objektiv vor seitlich einfallendem Licht schützen, um kontrastarme Fotos zu vermeiden. Die Streulichtblende wird jeweils für ein Objektiv verwendet und kann nicht einfach auf anderen Objektiven genutzt werden.

Streulichtblende: Schutz vor seitlich einfallendem Licht
Streulichtblende: Schutz vor seitlich einfallendem Licht

Allerdings kann bei Zoomobjektiven kein absolut wirkungsvoller Schutz durch die Streulichtblende erfolgen, da bei weitwinkligen Aufnahmen ansonsten die Streulichtblende selber auf dem Bild wäre bzw. diese sichtbar abschattet. Hier haben Festbrennweiten einen Vorteil, da auch die Streulichtblende exakt auf die Brennweite berechnet und produziert wird.

  • Die Streulichtblende schützt vor seitlich einfallendem Licht.
  • Die Streulichtblende schützt vor Fingerabdrücken des Fotografen auf der Linse, der den Zoomring verfehlt hat und stattdessen in die Linse greift.

Zum Transport kann die Streulichtblende andersherum auf das Objektiv aufgesetzt werden.

Stürzende Linien

Stürzende Linien

Besonders bei der Architekturfotografie fallen einem stürzende Linien ins Auge. Diese entstehen durch das Kippen der Kamera nach oben, wenn man deutlich größere Gebäude fotografiert und nach oben schauen muss. Weit entfernte Linien rücken zusammen und das gerade Gebäude erscheint schräg.

Abhilfe schafft, wenn man mehr Abstand zum Gebäude einnimmt (falls man das überhaupt kann). Oder man nutzt ein Tilt-und-Shift-Objektiv (TS-Objektiv), das durch Verschieben (engl. Shift) und Verschwenken (engl. Tilt) ein Begradigen der stürzenden Linien ermöglicht.

Sucher (Suchermonitor)

Sucher (Suchermonitor)

Durch den Suchermonitor einer Kamera kann man das Motiv ansehen und entsprechend den Ausschnitt durch das Objektiv festlegen. Dabei ist der Sucher geschützt vor Umgebungslicht (was man von einem kleinen angebrachten Monitor nicht sagen kann).