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Fotolexikon C - das Nachschlagewerk zur Fotografie

In diesem Fotolexikon werden Fachbegriffe rund um die Fotografie erklärt und Fachwissen verschlagwortet und verknüpft. Sollten im Lexikon Begriffe fehlen, bitte mitteilen. Danke.

Camera tossing Clean HDMI CRI (Colour Rendering Index - Farbwiedergabeindex) Crop-Faktor

Camera tossing

Camera tossing (Kamerawurf/camera toss)

Das englische Wort „tossing“ bedeutet nichts anderes wie „werfen“. Beim „camera tossing“ wird die Kamera in die Luft geworfen und sollte während der Flugphase ein Foto schießen. Dabei wird in der Regel gerne die Langzeitbelichtung genutzt, damit Lichter entsprechenden Spuren ergeben. Das Auslösen der Kamera geschieht meistens über den Selbstauslöser. Wir sind hier also in der experimentellen Fotografie mit schwer vorhersagbaren Ergebnissen.

In Flickr und Instagram kann man sich ein Bild über verschiedene Arten des Kamerawurfes verschaffen - https://www.instagram.com/explore/tags/cameratoss/

Herkunft des camera tossings

Ältere Digitalkameras hatten eine sehr lange Auslöseverzögerung. Hier wurde gerne herumgewitzelt, dass man die Kamera auslösen, in die Luft werfen und hoffentlich wieder auffangen kann und dann trotzdem noch ausreichend Zeit für das Foto hat. Eine andere Geschichte erzählt, dass ein Fotograf wegen der Auslöseverzögerung einen Wutanfall bekommen hatte und die Kamera in die Luft geworfen hat.

Ablauf eines Kamerawurfes

Beim Wurf kommt es auf die Rotation der Kamera an, damit spannende Fotos entstehen. Hier eignen sich kleinere und somit leichtere Kameras besser als 3-kg-schwere Kameras! Durch die Gestaltung der Umgebung können die Fotos auch „berechenbarer“ werden. Hierzu stellt man verschiedene Lichtquellen in einem Raum auf, der abgedunkelt ist und wirft hier die Kamera. Die Höhe des Wurfes ist nicht entscheidend. Hier reichen 20 bis 40 Zentimeter aus. Wichtig ist die Rotation, die aus dem Handgelenk am besten kommt. Wenn der Selbstauslöser (2 oder 10 Sekunden) ein akustisches Signal beim Herunterzählen gibt, ist das auch praktisch.

Warnung vor Schäden durch camera tossing

Warnung! Beim camera tossing kann es schnell zu Beschädigungen an der Kamera und dem Objektiv durch nicht mehr aufgefangene Kameras kommen oder gar zu Verletzungen des Fängers beim Fangen. Daher sollte man sich bewusst sein, welche Risiken man für experimentelle Fotos eingeht. Auch wird es nicht bei einem Wurf bleiben, da die Aufnahmen zufällig entstehen und somit die Ergebnisse auch nur durch Zufall entweder top oder für die Tonne sind.

Clean HDMI

Clean HDMI

Viele Digitalkameras bieten einen HDMI-Ausgang. Über diesen können zusätzlich zum Livebild auch Daten wie das Histogramm und sonstige aktuell eingestellte Werte ausgegeben werden. Diese Werte möchte man in manchen Situationen nicht, z.B. wenn man das Videosignal direkt aufzeichnen möchte. Dazu benötigt man eine Clean-HDMI-Ausgabe, was keine Selbstverständlichkeit für Digitalkameras ist!

Clean HDMI sagt also aus, ob das HDMI-Signal ohne Zusatzinformationen ausgegeben wird.

Somit kann ein großer Kontrollmonitor angeschlossen werden bzw. ein Videoaufzeichnungsgerät oder die Kamera als qualitativ hochwertige Webkamera zum Livestreaming verwendet werden.

Dass eine Kamera Clean HDMI ausgibt, sagt noch nichts über die ausgegebene Auflösung bzw. Farbtiefe aus. Hier ist dann Forscherarbeit auf der Internetseite des Herstellers notwendig. Für einen schnellen Überblick kann ich die Datenblätter bei Digitalkamera.de empfehlen. Dort finden sich Angaben, ob eine Kamera Clean HDMI bietet - z.B. https://www.digitalkamera.de/Kamera/Canon/EOS_5DS_R.aspx

CRI (Colour Rendering Index - Farbwiedergabeindex)

CRI (Colour Rendering Index - Farbwiedergabeindex)

Künstliches Licht hat unterschiedliche Qualitätsmerkmale. Dazu gehört auch, dass alle Spektralfarben vorhanden sind. Wir bekommen über den Farbwiedergabeindex einen Vergleich, wie gut die künstliche Lichtquelle im Vergleich zur natürlichen Lichtquelle Sonne abschneidet. Wir haben also neben dem Lumenwert und der Farbtemperatur auch immer den Qualitätsfaktor CRI.

Dieser allgemeine Referenzindex Ra hat für das Sonnenlicht den Wert von 100 festgelegt. Je höher also der Farbwiedergabeindex unserer künstlichen Lichtquelle ist, desto besser und natürlicher wirken Farben. Niedrige Werte führen zu matten und glanzlosen Farben mit teilweise verfälschter Farbwiedergabe.

Hohe Werte liegen ab 90 Ra. Wenn die Beleuchtung nicht so wichtig ist, reichen dagegen Werte zwischen 80 und 89 Ra. Auf der Verpackung von Leuchtmitteln findet sich als Bezeichnung neben der Zahl Ra, CRI oder auch RA.

Findet sich auf der Verpackung nur ein Farbcode als Angabe, hat man den CRI und die Farbtemperatur in einem Wert verpackt. Im Beispiel von 830 haben wir dann über die 8 einen CRI zwischen 80 und 89 und als Farbtemperatur dann 3000 Kelvin - hier kommt die 30 zum Zug. Haben wir als Angabe 965 ist der CRI zwischen 90 und 99 und wir haben 6500 Kelvin - es handelt sich um ein Vollspektrumlicht.

  • Ausgezeichnete Farbwiedergabe CRI 90-100: Glühbirnen, LEDs, Leuchtstofflampen
  • Gute Farbwiedergabe CRI 80-89: Leuchtstofflampen, Halogen-Metalldampflampen - Eignung für Büros, allgemeine Räume
  • durchschnittliche Farbwiedergabe CRI 70-79: Leuchtstofflampen, Halogen-Metalldampflampen - Eignung für Außen- und Notbeleuchtung
  • niedrige Farbwiedergabe CRI 60-69: Standard-Leuchtstofflampen, Halogen-Metalldampflampen - Eignung für Straßenbeleuchtung

Siehe auch TLCI (Television Lighting Consistency Index)

Crop-Faktor

Crop-Faktor

Der Crop-Faktor gibt einen Vergleichswert für Objektive an, die an Kameras mit unterschiedlich großem Sensor genutzt werden. So kann beispielsweise das gleiche Objektiv mit 50 mm an einer Vollformatkamera genutzt werden als auch an einer Kamera mit einem kleineren Sensor. Der Crop-Faktor wird anhand der Bilddiagonale berechnet.

Wird das Objektiv mit 50-mm-Brennweite an einer APS-C-Sensor-Kamera betrieben, ist der Crop-Faktor 1,5 bzw. 1,6 (je nach Kamerahersteller).

Ausführliche Informationen und Beispielbilder zum Crop-Faktor