24 mm x 36 mm oder 36 mm x 24 mm - Schreibweise

oder wie es zum Fotoformat von 24 mm x 36 mm (Kleinbildformat) gekommen ist

Das Seitenverhältnis Breite zu Höhe wird im Format B:H angegeben. Allerdings nicht im Kino – hier wird als erstes die Höhe und dann die Breite genannt H:B.

Wenn wir also in der Fotografie für das Kleinbildformat die 36 mm x 24 mm lesen, ist das genauso korrekt wie 24 mm x 36 mm, wobei letztere seltener genutzt wird.

Wie ist das erklärbar? Hier hilft uns die Entwicklungsgeschichte weiter.

1909 wurde der 35-mm-Film (mit dem Seitenverhältnis 4:3), entwickelt von William Dickson aus dem Edision Laboratium, zum Standard für amerikanische Filme erklärt durch die Motion Picture Patent Company. Aus dem im Kino verwendeten 35-mm-Film (Normalfilm), bei dem der Streifen 35 mm breit ist, wurde der Rollfilm für Fotos entwickelt. Denn warum etwas neu erfinden, wenn es eh schon da ist und produziert wird? Von der Breite von 35 mm für den Kinofilm darf man die Perforationen (2 x 4 mm) und den Streifen für die Tonspur (2,54 mm) abziehen. Es bleiben also gerundet 24 mm für den Kinofilm übrig. Typische Kinoformate waren anfangs 22 mm x 18 mm, 22 mm x 16 mm und 23,66 mm x 17,78 (4:3).

Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied. Beim Film läuft die Rolle ursprünglich von oben nach unten durch (die Schwerkraft hilft). Bei der Fotokamera läuft der Film von links nach rechts durch. Und die Perforierung war bereits im Filmmaterial eingestanzt. Somit hatten wir als Format für den Film mit einer Breite von 24 mm gedreht dann für die Fotokamera eine Bildhöhe von 24 mm.

aus dem 35 mm Kinofilmformat wurde das Kleinbildformat 24 mm x 36 mm
aus dem 35 mm Kinofilmformat wurde das Kleinbildformat 24 mm x 36 mm

Die spannende Frage ist, wie kam man auf die Breite von 36 mm? Meine Vermutung ist: Die 36 mm stellen eine Verdopplung der vom Film vorhandenen 18 mm dar. Diese waren laut Definition mit 4 Perforationslöchern für den Transport versehen (wurde 1909 festgelegt). Eine Annahme war, dass mehr Querformat-Fotos gemacht werden. Also ist das ursprüngliche Format von 18 mm für die Breite nicht optimal, weil zu schmal. Verdoppelt man nun die 18-mm-Breite, hat man einfach doppelt so viel Perforationslöcher. Und so kommt man über 2 x 18 mm auf 36 mm, was dem Format 3 x 2 entspricht. So kam es zum bis heute verwendeten Kleinbildformat.

Warum das Seitenverhältnis 3 x 2

Wer jetzt fragt, warum gerade das Seitenverhältnis von 3 zu 2. Mit 36 mm x 24 mm kann man sehr gut den Bildkreis von Objektiven nutzen, sinnvoller ist allerdings 4:3.

Flächennutzung optimal bei 4 zu 3 im Gegensatz zu 3 zu 2
Flächennutzung optimal bei 4 zu 3 im Gegensatz zu 3 zu 2

Beim 35 mm Filmformat wurde durch 3 zu 2 die verfügbare Fläche besser genutzt. So wurde durch historische Begebenheiten Formate übernommen, die technisch gesehen heutzutage nicht mehr optimal sind.

Warum nicht von Anfang an bei Digitalkameras das Kleinbildformat?

Die Bildsensoren der Digitalkameras waren am Anfang noch sehr aufwendig zu produzieren. Und je größer ein Bildsensor ist, desto höher ist der Aufwand.

Allerdings hatte man bereits die Objektive aus der analogen Fotografie und wollte diese auch weiter nutzen. Es war ja schon immer ein Kaufanreiz für bestehende Kamerabesitzer, die alten Objektive weiter nutzen zu können.

So kam Canon mit einer Bildsensorgröße von 22,5 mm auch 15 mm und der Bezeichnung APS-C. Als Formatfaktor (Crop-Faktor) liegen wir bei 1,6 bei Canon bzw. 1,5 bei vielen anderen Anbietern.

Ausflug in die Geschichte

Das als kleiner Ausflug in die Geschichte und wie es zu bestimmten Größen und Maßen gekommen ist.