korrekt belichtetes Foto

Gute Fotos machen - Fotografieren lernen

Aspekte für ein gutes Foto: technisch perfekt, künstlerisch aussagekräftig, persönlicher Erinnerungswert.

Jeder möchte gute Fotos machen - aber was zeichnet ein gutes Foto aus?

Hier gibt es verschiedene Gesichtspunkte:

  1. technisch gutes Foto (dieses Kapitel und folgende)
  2. künstlerisch gutes Foto (Kapitel Bildaufbau etc.)
  3. persönlich gutes Foto (hat Erinnerungswert, meistens nur für die betroffenen Personen :))

Und wie das Zitat so schön sagt: „Vor der Kunst kommt das Handwerk“. Es ist extrem hilfreich, das Handwerk und das Werkzeug zu verstehen, um es dann gekonnt einsetzen zu können.

Die gute Nachricht dabei: Man kann Fotografieren lernen. Es ist im ersten Schritt ein Verstehen von technischen Aspekten und Zusammenhängen, um die man einfach nicht herumkommt, wenn man hochwertige Fotos machen möchte. Wir sprechen hier nicht von Knipsen und den typischen Party- und Weihnachtsfotos. Der Fotokurs zielt darauf ab, dass ein gewünschtes Ergebnis, das man sich vor dem Fotografieren vorstellt, danach auch auf dem Foto erscheint. Weg vom seltenen Zufallstreffer hin zum gewollten, „gekonnten“ Foto.

Daher nun im ersten Schritt die technischen Aspekte für ein gutes Foto.

Was macht überhaupt ein Foto zu einem technisch guten Foto?

  1. Die Schärfe/Unschärfe ist wie gewünscht vorhanden (Unschärfe kann zur Blickführung dienen).
  2. Die Farbe passt (kein unpassender versehentlicher Farbstich).
  3. Der Kontrastumfang ist genutzt (keine flauen Bilder, wenn dies nicht gewünscht ist).
  4. Die Belichtung passt.

Kontraste haben direkt mit dem korrekt belichteten Foto zu tun. Fangen wir daher mit dem korrekt belichteten Foto an.

Faktoren für ein korrekt belichtetes Foto

Zwei wichtige Faktoren für die korrekte Belichtung eines Fotos:

Blende und Zeit.

Zum einfacheren Verständnis stellen wir uns Wasser und ein Gefäß anstatt Licht und Film bzw. Bildsensor vor. Die Menge des Wassers wird durch das Aufdrehen des Wasserhahns bzw. das Schließen variiert. Was bei Wasser der Wasserhahn ist, ist bei Licht die Blendenöffnung. Diese kann ebenfalls geöffnet und geschlossen werden. Das Gefäß fängt das Wasser auf - wie bei der Fotografie der Bildsensor das Licht auffängt. Beim Gefäß möchte ich dieses komplett gefüllt haben - genauso benötigt der Bildsensor auch eine gewisse Menge an Licht, damit wir ein korrekt belichtetes Foto erhalten.

Dabei gibt es 3 Dinge:

  • ein Gefäß, um das Wasser aufzufangen (entspricht dem Bildsensor der Kamera)
  • einen Wasserhahn, um die Menge des Wassers zu regeln (die Blende beim Fotografieren)
  • die Zeit, wie lange der Wasserhahn offen ist (Verschlusszeit beim Fotografieren)

Ideal ist, wenn das Gefäß komplett gefüllt ist und nichts überläuft! Das komplett gefüllte Gefäß stellt unser korrekt belichtetes Foto dar, das unser Bildsensor aufnimmt.

Um das Gefäß zu füllen, können wir den Wasserhahn voll aufdrehen und nach kurzer Zeit wieder schließen = Eimer voll. Das benötigt eine bestimmte Zeit.

Wir können auch, um das Gefäß zu füllen, den Wasserhahn nur leicht aufdrehen und es fließt weniger Wasser. Somit müssen wir länger warten, bis das Gefäß voll ist.

In der Grafik unten sehen wir den Wasserstrahl. Unten ist die entsprechende Blende vom Foto abgebildet. Durch die Blende „fließt“ viel Licht, wenn diese weit geöffnet ist. Ist die Blende geschlossen (also kleines Loch), „fließt“ wenig Licht. Die Zeit (Belichtungszeit) muss dann entsprechend gegengeregelt werden.

Schauen Sie sich das einmal direkt an Ihrer Digitalkamera an. Wenn Sie Ihre Digitalkamera im Modus „P“, der „Programmautomatik“ betreiben, schaut sich die Kamera beim Fokussieren (leicht den Auslöser drücken) die Lichtbedingungen an und schlägt selber eine passende Kombination von Blende und Zeit vor. Interessant ist, dass Sie diese Vorschläge ändern können. Bei den meisten Kameras geschieht dies durch ein Drehrad. Wenn die Belichtungszeit länger wird, wird die Blendenöffnung kleiner. Dies kann alles nur in einem gewissen Rahmen geschehen. Aber Sie können hier verschiedene Werte erhalten. Was diese Werte exakt bedeuten, wird im Kapitel über Blende und Belichtungszeit erklärt. Jetzt erst mal probieren!

Die 3 Faktoren für ein korrekt belichtetes Foto

Im vorherigen Kapitel haben wir uns die 2 Faktoren Blende und Zeit angesehen. Jetzt kommt der 3. und letzte Faktor für die korrekte Belichtung eines Fotos dazu: die Empfindlichkeit.

Die 3 Faktoren:

  • Blende
  • Zeit
  • Empfindlichkeit (des Films/Sensors)

Als Empfindlichkeit können wir uns für unsere Analogie mit Wasserhahn und Gefäß unterschiedlich große Gefäße vorstellen.

Wir können die Empfindlichkeit also erhöhen (sprich: wir brauchen nur einen kleineres Gefäß für das Ergebnis „Eimer voll“ in der selben Zeit).

Korrekte Belichtung durch Blende, Verschlußzeit und ISO

Korrekte Belichtung durch Blende, Verschlußzeit und ISO

Wir haben also diese 3 Faktoren für ein richtig belichtetes Foto. Und alle 3 Faktoren können wir in einem gewissen Rahmen variieren.

Beispielsweise würden folgende Einstellungen immer zur selben Belichtung führen!

Verschlusszeit (Belichtungszeit) Blendenwert ISO (Empfindlichkeit)
1/200 f/4 100
1/100 f/5,6 100
1/200 f/5,6 200
1/50 f/5,6 50
1/200 f/11 400

Tabelle: Variationen von Verschlusszeit, Blende und ISO

Was sind nun bei der Fotografie Blendenwert, ISO und Verschlusszeiten? In den folgenden Kapiteln werden jeweils die einzelnen Aspekte und Zusammenhänge betrachtet.

Beim Fotografieren möchte man ein Maximum an Bildqualität: Allerdings haben die 3 Parameter Blendenwert, Verschlusszeit und Empfindlichkeit ihre Vorteile (und Nachteile) und Tücken. Dazu in den entsprechenden Kapiteln mehr Details.

Nachdem wir die Einzelaspekte von Blende, Verschlusszeiten und ISO angesehen haben, folgt nochmals ein weiterführendes Kapitel zu korrekt belichteten Fotos und wie die Belichtung kontrolliert werden kann.