Querformat, Hochformat, quadratisch:

Die Wahl des Bildformats ist für die Bildwirkung von Fotos entscheidend

Ein mächtiges Gestaltungselement von Fotos ist die passende Wahl des Formats.

Bereits die Festlegung, welches Format das Foto haben soll, trägt zu einem großen Teil zum Gesamteindruck bei.

Zur Auswahl steht:

  • das quadratisch Format,
  • Querformat, im englischen „landscape“,
  • Hochformat, im englischen „portrait“.

Die Kamerasensoren bieten i. d. R. ein Seitenverhältnis von 24 x 36 mm, was somit 1,5 : 1 entspricht. Zur einfacheren Vergleichbarkeit wird das Seitenverhältnis auf 1 heruntergerechnet auf längere Seite : kürzere Seite

Auch kleinere Kamerasensoren haben dieses Seitenverhältnis, z. B. 15,6 mm auf 23,7 mm. Wie wir den gebotenen Platz nutzen, liegt in unserem kreativen Ermessen - ob als Hochformat, Querformat oder beschnitten als Quadrat.

Sind wir nicht an eine Präsentationsart wie beispielsweise über Fernseher oder Beamer gebunden, können wir das für die Bildaussage passende Format wählen. Meiner Meinung nach sollte das Motiv die Formatwahl bestimmen.

Das Querformat bei Fotos als gewohntes Format

Das Querformat entspricht wortwörtlich unserer Sicht der Dinge. Da unsere Augen nebeneinander angeordnet sind, sehen wir unserer Umwelt auf diese Art, und somit ist das ein sehr gewohntes Format. Allerdings kann durch ein sehr gewohntes Format eben auch Langeweile aufkommen.

Für Landschaftsaufnahmen bietet sich das Querformat natürlich an. So bekommt man viel zu sehen. Nicht von ungefähr kommt die englische Bezeichnung für dieses Format: „landscape“, Landschaft.

Das Panorama ist eine Erweiterung des Querformats. Hier liegt der besondere Reiz darin, dass diese Sichtweise nicht mehr unserem möglichen Sehwinkel entspricht und das Panoramafoto gleich deutlich mehr zeigt. Beim Panoramafoto ist eine durchgängige horizontale Linie (Himmel, Horizont, Wasser) hilfreich und ordnet das Bild.

Bei der Platzierung der bildwichtigen Elemente sollte beim Querformat darauf geachtet werden, dass diese nicht mittig platziert werden, sondern im goldenen Schnitt.

Fotografierte Personen, die eine Blickrichtung zum Rand des Fotos haben, sollten i.d.R. genügend Platz haben, damit der Blick nicht sofort am Rand abprallt.

Allerdings muss nicht jede Landschaftsaufnahme im Querformat fotografiert werden. Es tritt dann ein Verfremdungseffekt ein, der auch reizvoll sein kann und eine Bildaussage verändert. Einfach mal testen.

Den Formaten werden Eigenschaften zugeschrieben: Beim Querformat ist das Ruhe, Weite, beruhigend, passiv.

Das Hochformat

Bilder im Hochformat unterstützen vertikale Linien. Somit können z. B. die Größe von Gebäuden oder endlose Straßen einfach gezeigt werden. Glauben Sie nicht? Dann probieren Sie das einmal im Querformat.

Achten Sie beim Hochformat auf eine durchgängige senkrechte Linie - egal, ob diese real vorhanden ist oder virtuell durch eine Blickrichtung.

Die Dynamik beim Hochformat rührt auch daher, dass das Foto vom Betrachter als stehende Box unterbewusst wahrgenommen wird, die immer in der Gefahr schwebt umzufallen. Daher die Attribute aktiv und dynamisch. Noch stärker wird dieser Effekt, wenn im Bild noch diagonale Linien laufen.

Den Formaten werden Eigenschaften zugeschrieben: Beim Hochformat ist das dynamisch, aktiv und Nähe.

Das Quadrat als Format in der Fotografie

Beim Quadrat kann der Bildinhalt mittig gesetzt werden, wenn der geometrische Aufbau des Formats weiter ins Bild getragen werden soll.

Oder man nutzt auch hier den Goldenen Schnitt.

Den Formaten werden Eigenschaften zugeschrieben: Beim Quadrat ist das die absolute Gleichmäßigkeit.

Kreise und Ellipsen als Format

Kreise und Ellipsen sind heutzutage sehr unüblich - auch bekommt man dafür selten passende Rahmen. Zu den Anfangszeiten war der Kreis durchaus eine Variante, da dieses Format aus verschiedenen „Fotoboxen“ heraus kam.

Übung Bildformate

Übung: Fotografieren Sie das selbe Motiv sowohl im Querformat als auch als Hochformat. Am Rechner später kann man dann noch das Quadrat testen. Sehen Sie sich in Ruhe die Ergebnisse an und beurteilen Sie die unterschiedliche Bildwirkung.